Donnerstag, 19. Februar 2009

zwischen eis und traumständen - von geymouth bis dunedin

wieder rückt das ende näher…

einige tage und vor allem viele kilometer sind seit dem letzten eintrag vergangen…

greymouth endlich verlassen, haben wir der jadestadt hokitika einen besuch abgestattet. eine kleine verkaufsgalerie mit diversen jadeschmuckstücken haben wir uns angesehen, jedoch waren wir aufgrund der preislage nicht ganz zum fleißigen einkaufen gewillt. interessant ist es dennoch, wofür die herren „von…“ und „zu…“ ihr geld ausgeben. dazu gab es ein kleines, aber schönes glühwürmchental mit nächtlicher lichtershow zu sehen. ansonsten fanden wir die stadt mit ihren überdimensioniert breiten straßen wenig reizvoll.

das nächste ziel lag 140km weiter südlich und hieß franz-josef. wir steuerten den gletscher ziemlich direkt, mit nur kurzen stopps, an einigen seen und der alten goldgräberstadt ross, an. bevor man zum gletscher gelangt, durchquert man den gleichnamigen ort. hier bekamen wir einen richtigen eindruck vom touristenansturm auf neuseeland und besonders auf die westküste. der ort besteht eigentlich nur aus souvenirshops, tourenanbietern und informationen.

den gletscher und die diversen wanderwege ringsherum schauten wir uns mit flinken füßen an und erhaschten so jede menge toller ausblicke. am parkplatz begegneten wir zum ersten mal den keas. die großen papageien waren besonders damit beschäftigt jegliche dichtungen aus den türrahmen der autos zu puhlen und den gummi anzunagen. das fand allseitige begeisterung bei den ganzen schaulustigen, bis auf die besitzer der wagen natürlich.

am nächsten tag stand der nicht weit entfernt liegende fox gletscher auf dem plan. der etwas kleinere bruder des franz-josef hat den vorteil, dass man wesentlich näher an ihn heran kommt. im prinzip wiederholten wir das spiel vom vortag und es ging mit laufschuhen in richtung eis. so konnten wir den gletscher erneut aus eigentlich allen frei zugänglichen lagen betrachten.

zwischen beiden gletschern lag für uns eine nacht am lake matheson. diese nacht war die bisher unangenehmste und wird es hoffentlich auch bleiben. unmengen von mücken bahnten sich durch fensterrahmen den weg in unser auto und ließen uns nur wenige stunden schlaf. am nächsten morgen mussten wir aufgrund der sicher dreistelligen mückenzahl im auto feststellen, wie gut wir noch davon gekommen waren. die anderen vans in unserer nähe hatten die nacht mit ähnlichen problemen zu kämpfen. die entschädigung für den schlechten schlaf gab es am nächsten morgen zum sonnenaufgang. der see ist besonders in den morgenstunden und am späten nachmittag für die spiegelung genialer ansichten der südalpen mit dem mount cook bekannt. bei wenig bewölkung konnten wir auch genau das genießen und mit herrlichen bildern in den tag starten.

insgesamt waren die stunden ringsum die gletscher sehr imposant, denn zuletzt waren wir eher von stränden und wilden küsten beeindruckt. der schnelle wechsel zum eis, das bis wenige kilometer an das meer heranreicht und die berge, die sich vom meeresspiegel bis zu 3754m (mt cook) erheben ist doppelt beeindruckend. mit den letzten stunden fahrt gen süden sind wir endgültig in die kühleren gefilde eingetaucht, wohlwissend in den nächsten tagen keine kurzen hosen mehr zu brauchen.

die weitere fahrt entlang der westküste verlief relativ unspektakulär, abgesehen von der sichtung eines delfinschwarmes am ship creek beach. ab haast führte uns der highway wieder etwas ins landesinnere, wir überquerten den haastpass und stießen so die tür zu einem neuen landstrich auf. in völlig verändertem terrain ging es mit genialen ausblicken entlang des lake wanaka und des lake hawera nach wanaka. diese stadt hatte endlich einmal wieder etwas mehr charme. hauptsächlich durch den wintertourismus geformt, findet sich hier eine schöne stadtanlage in feinstem panorama. neben der besteigung des kleinen mount iron, von welchem wir wanaka bewunderten, besuchten wir eine eher ungewöhnliche attraktion. die so genannte puzzling world bot einerseits ein großes, recht anspruchvolles 3d-labyrinth, sowie diverse illusionsräume, wie zb. ein 15° geneigter raum, in dem scheinbar wasser aufwärts fließt. insgesamt beweißen die macher jede menge liebe zum detail und bieten zusätzlich endlose geduldsspiele zum ausprobieren an. eine wirklich geniale einrichtung, die die grauen zellen wieder einmal auf trap gebracht hat.

nächste station auf unserem reiseplan war queenstown. eine stadt, die ganzjährig vom tourismus lebt. sie hat zwar nicht einmal 10 000 einwohner, aber es ist immer so viel trubel, wie in einer großstadt. ähnlich wie wanaka ist auch queenstown in herrliche landschaft eingebettet.

an einem laufschuhladen fanden wir zufällig die ausschreibung zu einem lauf noch am selben abend. da ich sowieso eine schnelle einheit auf dem plan hatte, entschied mich kurzer hand zur teilnahme an dem 5km rennen. etwas später bekam auch lischen lust und startete ihren ersten volkslauf. interessant war vor allem mal wieder die typisch neuseeländische organisation. eine stunde vor dem start war in dem bereich kurz neben dem zentrum nichts zu sehen, außer einige touristen, die in der sonne lagen. kurz vor dem start wurde ein banner, ein paar hütchen und eine uhr aufgebaut. man bekam eine nummer auf die hand geschrieben und die strecke wurde erklärt. die beschreibung war jedoch so detailgetreu, dass man danach den kurs mit einer handbewegung in die richtige himmelsrichtung beschreiben konnte, aber das allein für die erste kreuzung lediglich zwei von fünf wegen ausgeschlossen waren. einziger vorteil der strecke war, dass sie aus zwei runden bestand und das rennen zu der zeit wöchentlich stattfand. dementsprechend war die taktik sich auf den ersten 2,5km die runde zeigen zu lassen. das war leichter als erwartet, weil im feld zwei echte schnellstarter vertreten waren. diese musste ich erst einmal einholen, was mich gut gefordert hat. mit einem der beiden beendete ich die runde und lief von da an allein vorn weg. am ende gewann ich mit ein paar sekunden vorsprung vor einem weiteren läufer. meine freunde vom beginn mussten auf dem zweiten abschnitt sichtlich büßen. das interessante am wettkampf war also eher das drum herum und die schöne strecke durch den park, als der rennverlauf. mir und ich glaube auch lisa hat es spaß gemacht und es hat den zweck eines harten trainings gut erfüllt.

die zweite nette attraktion in diesem park nutzen wir am nächsten tag. es gab einen frisbeegolfkurs. ein kostenloser 18-loch parcours für jedermann, der von den regeln her wie golf mit einer frisbee gespielt wird. eine spaßige angelegenheit, bei der man erstaunlich viel zeit und meter hinter sich lässt. auf jeden fall schade, dass es so etwas nicht bei uns gibt. anschließend brachen wir erneut auf, um te anau zu erreichen. dieser ort stellte lediglich unsere basis für die tour zum milford sound dar. ansonsten machte ich einen lauf auf dem beginn des kepler tracks, einem der „great walks of nz“. diese einteilung beinhaltet die schönsten mehrtageswanderungen im land um etwa 50-80km. dazu gehörte zum beispiel auch der coastal track im abel tasman nationalpark.

als nächsten „great walk“ wären wir gern den bekannten milford track gegangen, dieser jedoch muss in einem festen 4-tages-plan gelaufen werden und darf nicht anderweitig betreten werden. dazu ist er von beiden seiten nur per boot zu erreichen und ist wie einige der strecken eine einbahnstraße, was zu transportproblemen führt. einige gründe für uns diesen weg nicht anzugehen, da wir weder so lange für die strecke brauchen wollten, noch dass wir die unheimlich engagierten hütten-, boots- und transferpreise zahlen wollten.

als kleine entschädigung nahmen wir uns rennend den routeburn track auf dem weg zum milford sound vor. mit einem zweistündigen lauf konnte man sich hier einen guten überblick verschaffen. auch dieser weg gehört zu den „great walks“ und ist bekannt, wie beliebt. wir starteten am westlichen ende und so hieß es erst einmal mehr als 30min bergauf bis man die baumgrenze erreicht hat. gesäumt war der weg dabei von verschiedensten gesteinen, die das ganze farbspektrum von türkis bis hin zu kräftigem rot abdeckten. der anspruchsvolle weg ist von einer gigantischen natur umrahmt, diese reicht von urigen, fast schon gespenstigen bäumen bis hin zu alpiner höhenvegetation. die wetterbedingungen passten dabei gut ins bild, denn es war, wie man es sich für das fjördland erwartet, grau in grau mit tiefhängenden wolken und zeitweise nieselregen. die ausblicke in diese außergewöhnliche landschaft waren dennoch gigantisch.

unser eigentliches ziel lag jedoch am ende des highway 94, der milford sound. mit kleinen fotostopps an wasserfällen, den mirror lakes und dem homer tunnel ließen wir die malerische strecke hinter uns. an neuseelands größter touristenattraktion nahmen wir an einer von unzähligen schiffsrundfahrten teil. wir wählten ein kleines preiswertes boot. das war sicher eine gute wahl, denn wir hatten mit etwa zwanzig weiteren passagieren viel platz und gute sicht an bord. die 90 minütige tour führte uns vorbei an allen attraktionen durch den sound hinaus auf das offene meer. am spannendsten waren dabei sicher eine robbenkolonie, die sich völlig ungestört aus wenigen metern entfernung vom schiff beobachten ließ, die stirling falls, unter welche wir nahezu direkt drunter fuhren, mitre peak und die bowen falls.

der ausflug war beeindruckend und gehört sicher in das standardrepertoire jedes neuseelandreisenden. auf dem rückweg galt es für uns erneut hinauf zum homer tunnel zu klettern. da dube seit einigen tage immer wärmer wurde, war diese herausforderung etwas zu viel und er brodelte am ende des berges fleißig. ab jetzt ging es zwar fast nur noch bergab oder flach, jedoch war klar, dass wir demnächst eine werkstatt aufsuchen mussten. für den fall, dass wir deshalb ein paar tage an einem ort verbringen gemusst hätten, wollten wir invercargill als nächste größere stadt ansteuern. wir durchquerten te anau und übernachteten auf etwa halber strecke. am nächsten morgen versuchten wir im schneckentempo den motor kühl zu halten. erfolglos. nach 15km brodelte dube erneut. wir ließen uns über den neuseeländischen adac in tutuapere abschleppen. mal was neues. erst wurde ein gerissener schlauch vom kühlsystem gewechselt. keine besserung.

diagnose: kühler muss gereinigt werden.

dauer: 5 tage wegen wochenende und transfer des teils nach invercargill.

reaktion: unerfreut… fünf tage in abgeschiedenheit bei dem schmalen zeitbudget waren nicht im plan.

der mechaniker baute daraufhin den kühler aus und spritzte ihn einfach nur mit einem schlauch aus. funktioniert. eimer wasser rein. läuft. manche sachen sind hier eben unkomplizierter und damit billiger. seitdem ist dube eine echte icebox. uns freut es…

weiter ging die reise entlang des southern scenic highway. in riverton trafen wir am stadtstrand eine kleine unbekümmerte robbe die vergnügt auf einem stein posierte. in invercargill spürten wir seit nelson endlich wieder einmal ernsthafte zivilisation, die nicht nur auf tourismus basiert. hier sahen wir zufällig kängurus und diverse papageienarten in anlagen mitten im schönen stadtpark. nächster landstrich, den wir durchquerten, waren die catlins, ein relativ unbekannstes, aber reizvolles hügelland. in diesem gebiet besichtigten wir den slope point, der den südlichsten punkt der südinsel darstellt, und die curio bay. in dieser gab es einen versteinerten wald zu sehen. bei ebbe konnte man sehr gut die alten baumstämme erkennen. als zusatzbonbon sahen wir zwei gelbaugenpinguine, die seltenste pinguinart der welt.

ohne größere umwege erreichten wir dunedin. hier befinden wir uns jetzt. die stadt ist nach christchurch die zweitgrößte, besitzt jede menge britischen charme und historische gebäude, zum beispiel das wahrzeichen der stadt – der wie ein schottisches schloss wirkende bahnhof. dunedin ist sehr lebendig und spielt schon fast in einer ähnlichen liga, wie wellington. ein echtes schmankerl ist das beheizte salzwasser freibad, welches direkt am st. clair beach liegt. das liefert geniale anblicke und ein herrliches flair, zumal der strand dank der guten wellen sehr surferfrequentiert ist. die steilste straße der welt ist ebenfalls hier beheimatet. wir haben uns das bis zu 38% steile asphaltband angesehen, aber dube lieber unten geparkt...

jetzt beginnt der letzte reiseabschnitt, der uns mit einem abstecher zum mount cook nach christchurch führen wird. am 2.3. fliege ich von dort nach auckland, um in der metropole die letzten tage zu verbringen…

lange ist es also nicht mehr. mit lachendem und weinendem auge freue ich mich auf daheim.

bis dahin wünsche ich euch noch gutes durchhalten bei den kalten temperaturen. ich versuche reichlich sonne einzupacken.

viele grüße aus dunedin

Donnerstag, 5. Februar 2009

abel tasman und golden bay

hallo aus greymouth,

in den letzten tage ist viel passiert, da wir wie angekündigt mit unserem zweiten großen reiseabschnitt begonnen haben. vor anderthalb wochen wurden wir in nelson von einem schönen feuerwerk verabschiedet. am nächsten morgen verließen wir die schöne stadt an der tasman bay und es ging los in richtung abel tasman nationalpark.

unterwegs kamen wir an schönen stränden vorbei und machten schließlich längeren halt in motueka, um einige informationen zu sammeln und unseren trip durch den park zu planen. in marahau buchten wir später unsere zweitägige kanutour. am folgenden tag hatten wir das briefing, bei dem uns alles gezeigt und die ausrüstung vorgestellt wurde. ein wenig probepaddeln war ebenso im programm. ansonsten erkundeten wir ein wenig die gegend und besonders die bucht von kaiteriteri.

da wir nun das briefing bereits absolviert hatten, konnten wir mit dem ersten wassertaxi richtung norden aufbrechen und wurden gegen 9uhr am onetahuti beach abgesetzt, wo unser kleines abenteuer beginnen sollte. letzte handgriffe und wir starteten richtung norden, um uns shag harbour anzusehen. folgend ging es bis zum tagesziel gen süden und wir passierten mit bark bay, sandfly bay und frenchman bay weitere herrliche buchten. all die genannten station steuerten wir zügig hintereinander an, um sie im bereich der mittagssonne zu erreichen. grund war die flut, denn an allen vier stellen konnten wir zu dieser zeit ein wenig ins landesinnere hinein paddeln und so ruhigere gewässer und andere ansichten genießen.

die großen unterschiede der küstenlinie zwischen ebbe und flut machen die region insgesamt sehr spannend, denn nicht nur, dass die strände wunderschön sind, sie haben auch zwei verschiedene gesichter und besonders die buchten lassen einen bei flut in eine völlig andere welt, als das offene meer eintauchen.

weitere höhepunkte des ersten tages waren die seelöwenkolonie auf tonga island, ein delfin, dem wir vergebens in die bark bay folgten und die sichtung der kleinsten pinguinart, des blauen pinguin. eigentlich lief alles nach plan, lediglich das wetter wollte nicht so richtig mitspielen und so verbrachten wir den tag weitestgehend grau in grau und selten auch bei nieselregen. zum abend hin wurde es etwas freundlicher und deshalb hofften wir auf bessere sicht für den nächsten tag, damit sich die postkartenstrände entlang der küste wirlklich offenbaren konnten.

gegen 18uhr erreichten wir mit watering cove unser tagesziel. ein winziger campingplatz mit fünf stellplätzen direkt neben dem strand unter dichtem blätterdach war unser zu hause für die folgende nacht. wir bauten unser geliehenes zelt auf und tigerten den berg hinauf zum coastal track, um bei toller aussicht das abendessen zu genießen. mit der dämmerung legten wir uns schlafen.

am nächsten morgen stiegen wir im dunkeln aus den federn und trafen alle vorbereitungen, um bei sonnenaufgang auf dem meer zu sein. das ist uns gelungen und hat sich definitiv gelohnt. so paddelten wir in aller frühe zwei stunden allein auf weiter see wieder zurück nach norden, um gegen 8uhr unsere frühstückspause an einem einsamen kleinen strand zu verbringen. in dieser zeit warteten wir ein wenig die kommende flut ab, um das spiel vom vortag zu wiederholen und in die tiefe der torrent bay einzudringen. dort trafen wir auf den coastal track, die zweite sehr beliebte variante den nationalpark zu fuß zu erkunden.

am traumstrand von anchorage ließen wir uns ein paar minuten bei klarem himmel von der sonne brutzeln, dann ging es endgültig nach süden richtung marahau, vorbei an unserem schlafplatz und weiteren schnuckeligen stränden. ein letzter abstecher zum bekannten split apple rock und danach war das ziel erreicht. nahe unseres autos in marahau kraxelten wir aus dem boot und beschlossen den tag mit dusche und essen. erschöpft und glücklich fielen wir ins bett.

am nächsten morgen hieß es abschied nehmen von der herrlichen kulisse. das ging am besten mit einem lauf entlang des coastal tracks und somit parallel zum letzten abschnitt des vortages, nur dieses mal gab es die strände aus ganz anderer, nicht weniger schöner perspektive von oben zu sehen.

nach drei beeindruckenden tagen brachen wir auf, um den takaka hill zu überqueren und das tor zur golden bay aufzustoßen. dieser gab von reichlich 900m höhe schöne rückblicke auf motueka und den abel tasman, sowie nette aussichten auf die folgende golden bay region. wir duchquerten takaka mit kurzem stopp und besuchten mit den pupu springs ein weiteres kleines naturphänomen. wenige kilometer im landesinneren sind diese quellen nicht nur die größten der südhalbkugel (14,000 Liter pro sek), sondern vor allem die zweitklarsten der welt, lediglich übertroffen von quellen in der antarktis. folge sind schöne einsichten in die unterwasserwelt der teiche und flüsse des gebietes.

anschließend fuhren direkt über collingwood nach norden richtung farewell spit, einer 26km langen landzunge, die die golden bay vom ozean trennt. vor allem von wind und wasser geprägt ist diese region sehr interessant und unterscheidet sich stark von den gerade durchquerten. unsere erste station an diesem abend sollte wharariki beach sein. bekannt als schöner strand erwarteten wir uns einiges. der 20minütige fußweg vom parkplatz war dabei schon viel versprechend, denn nahezu vollständig in feinstem sand über hügel und weiden verlaufend, machte er schuhe überflüssig. doch was wir sahen, als wir die düne überquerten übertraf all die kühnsten erwartungen. ein strand der ein eigenes fotoalbum verdient hätte und den man kaum beschreiben kann. einerseits gewaltig und unberührt und auf der anderen warm und gemütlich, dank des feinen sandes.

eine kleine sandwüste erstreckt sich bis das gelände abfällt und in eine perfekt glatte, riesige fläche übergeht. lediglich kleine bäche und wassergruben gibt es, da das wasser zweimal täglich die ebene überspült. die wellen umsäuseln gigantische steinbrocken mit durchbrüchen, von denen aus jeder richtung andere erscheinen. es dauert mehr als fünf minuten laufend bis ich den hinteren teil des strandes erreicht habe. immer wieder zeigen sich neue gesichter. felsformationen, höhlen, lichtwechsel und das rauschende meer machen es möglich an diesem ort endlos viele verschiedene fotos zu schießen. einfach unglaublich!

der nächste tag begann mit einem lauf über pillar point und cape farewell mit tollen aussichten und einem unverhofften strand, an dessen seite sich, von einer großen höhle windgeschützt, ein paar seelöwen die sonne auf den pelz scheinen ließen. was für ein start in den tag…

darauf folgend ging es noch einmal zurück zum wharariki beach, noch einmal bei voller sonne, noch einmal diesen unfassbaren strand und diese dünenlandschaft genießen.

letzte station im hohen norden sollte der farewell spit sein. knapp 2 stunden fußmarsch brachten uns den verschiedenen seiten des spits näher. auf der innenseite mehr bewachsen und vor allem bewohnt von diversen wasservögeln und auf der außenseite windig sandige, wüstenähnliche erbarmungslosigkeit und faszination. ein naturreservat der besonderen art. das ist wohl auch der grund, warum man nur die ersten vier kilometer der landzunge betreten darf. wer den spit noch genauer erkunden will, muss touren einer organisation buchen, in deren rahmen man die außergewöhnliche natur näher kennen lernen kann. das hat natürlich seinen preis und das war nicht gerade unserer, jedoch haben wir einen ausreichend prägenden eindruck gewonnen, wobei es in diesen tagen schon schwer fällt all diese zu behalten.

nach fantastischen stunden mussten wir die gleiche strecke zurück nach motueka fahren, da der gesamte nordzipfel eine reichlich 100km lange sackgasse ist. ab jetzt galt das ziel die westküste zu erreichen und wir machten uns auf den weg. unterwegs begutachteten wir den lake rotoiti in wundervoller kulisse des nelson lakes nationalparks und fuhren entlang des buller river nach westen durch die buller gorge, mit schönen ausblicken ins tal und auf die längste hängebrücke neuseelands (110m). wir erreichten westport, was wir nutzen wollten, um wäsche zu waschen, fotos zu sortieren und diesen blogbeitrag zu schreiben. jedoch wurde uns schnell klar, dass die stadt nicht viel oder besser gar nichts zu bieten hatte. ausgestorben und bis auf ein denkmal keineswegs nett anzusehen. man erkennt auf den ersten blick, dass die goldenen zeiten der kohleförderung für die stadt vorbei sind. es dauert keine stunde und wir verschoben unsere pläne auf das weiter südlich gelegene greymouth.

auf dem weg gen süden gab es einige zwischenstationen und wir „mussten“ reihenweise stopps an herrlichen, wilden stränden des paparoa nationalparks hinnehmen. auf halber etwa halber strecke bei punakaiki liegen die pancake rocks mit den so genannten spritzlöchern. hier kann man auf einem kleinen rundweg felsformationen sehen, die wie gestapelte graue eierkuchen aussehen, sowie felsschluchten und –öffnungen, durch die bei flut das wasser schießt. der weg ist fantastisch angelegt und dieses touristenziel hält was es verspricht. tolle aussichten, wild spritzendes wasser und wunderliche felsen.

am nahe gelegenen pororari river haben wir bei einem läufchen den bisher schönsten, für uns gut zugänglichen urwald erlebt und uns später direkt neben dem strand in barrytown zum schlafen gelegt. am nächsten tag haben wir greymouth erreicht. hier sitze ich und schreibe. die stadt ist nicht sonderlich spektakulär oder schön. sie bietet immerhin etwas zivilisation und damit verbunden praktische möglichkeiten, aber man sieht auch hier, dass die prunkjahre vorüber sind und weder gold noch kohle beständigen wohlstand bringen. die straßen und gebäude erinnern ein wenig an einen western, nur etwas industrieller und moderner, jedoch setzt wie gesagt stückweise der verfall ein und was bleibt sind ruinen, die einen kleinen eindruck von dem vermitteln, wie es hier vielleicht einmal ausgesehen hat…

wir wollen, wenn unsere texte und bilder fertig sind, weiter an der westküste nach süden tingeln. die nächsten schmankerl in richtung queenstown werden wohl die gletscher, franz-josef und fox, sein.

wie ihr seht, geht es mir weiterhin bestens. ich hoffe bei euch sieht es ähnlich aus!

viele grüße


[die unwiderstehlichen bilder]

Sonntag, 25. Januar 2009

gut reingerutscht - von new plymouth bis nelson

nach reichlich wartezeit gibt es nun endlich wieder ein wenig zu lesen für euch… bzw. vielleicht auch ein wenig mehr ;)

zu beginn wünsche ich euch allen erst einmal ein gesundes neues jahr 2009. ich hoffe ihr seid gut reingerutscht!

wir für unserer teil schon, doch erst einmal ein wenig zu den letzten tagen in 2008. nach dem letzten bericht haben wir unsere reise in richtung wellington angetreten. das heißt wir haben new plymouth nach 4 tagen aufenthalt verlassen. letzte station war dabei der paritutu rock, von welchem man eine fantastische sicht auf die stadt und ihre umgebung hat. quasi ein kleiner blick zurück bevor wir die fahrt auf dem so genannten surfer highway entlang der westküste im district taranaki antraten.

den ersten stopp machten wir am cape egmont, dem westlichsten punkt der region, wo wir nach einem läufchen einen prächtigen sonnenuntergang erleben konnten. ein paar kilometer weiter übernachteten wir im unscheinbaren opunake am strand. über hawera setzten wir die reise richtung wanganui fort. auf dem weg fanden wir dank eines insidertipps zwei völlig verschiedene traumstrände. einen weiten schwarzen strand mit einem angespülten alten wrack bei patea und einen zerklüfteten, von höhlen gesäumten, bei waverly. vor allem zweiterer war für uns ein highlight der region und ließ uns einige zeit mit klettern und staunen verbringen. wesentlicher bestandteil der schönheit ist dabei wohl, dass der unbekannte strand vom reiseführer und somit auch von touristenströmen ausgelassen wird und sich in seiner ganzen ursprünglichkeit zeigt, im gegensatz zu seinem bekannten gegenstück auf coromandel, cathedral cove.

wanganui erreichten wir etwas später am nachmittag. leider bei strömendem dauerregen. so entging uns der empfohlene kaffee auf der hauptstraße des ortes unter dem blätterdach der bäume. der kurze eindruck, den wir von der stadt behalten haben, ist durch und durch britisch. rote telefonzellen und englische straßengestaltung gaben dem regen schon fast einen sinn.

am gleichen abend erreichten wir palmerston north, wo wir nach einem nächtlichen spaziergang über den square übernachteten. der square bildet das zentrum der sehr symmetrisch angeordneten stadt und ist ein echter hingucker mit ententeich, turmuhr und einem perfekt gepflegten rasen, der seine gleichen sucht. des weiteren begutachteten wir die größte uni neuseelands und den fitzherbert park. hier gab es von botanischem garten über papageien und eine süße parkeisenbahn viel zu sehen. nach dem kurzen eindruck befanden wir, dass palmerston north wohl zu den schönsten städten der nordinsel gehört.

wir mussten jedoch weiter, um noch an diesem tag, dem vorletzten des jahres, wellington zu erreichen. wellington, die hauptstadt neuseelands, obwohl vor allem mit auckland, aber auch christchurch wesentlich größere städte existieren, wird dieser rolle voll gerecht. ich selbst hätte sie vom gefühl her der größe leipzigs zugeordnet, obwohl sie nur etwa ein drittel der einwohner hat. angenehm hektisches treiben herrscht auf den hauptsraßen der innenstadt, zumindest wenn nicht gerade neujahr ist. städtebaulich erinnert wellington wieder etwas an auckland, besonders fallen dabei die kontraste zwischen alt und neu auf. historische bauten mitten zwischen den modernen hochhäusern. kurz neben der skyline findet man den regierungsbezirk. alles ist bequem zu fuß zu erreichen, was das flair der stadt entscheidend prägt. wellington ist einfach schön.

nur eines trübt das bild, das wetter. es ist extrem wechselhaft und das liegt am wind. permanent weht er heftig bis grausam. selbst bei strahlend blauem himmel und feuernder sonne ist meist ein pullover angebracht. teilweise hat er uns sogar ein wenig schlaf geraubt, weil der van nachts von einer seite zur anderen wankte.

jedenfalls sind wir in dieser stadt ins jahr 2009 gerutscht. an einer öffentlichen livebühne, die wir zufällig gefunden haben, als wir den menschenmassen gefolgt sind, wurde ins neue jahr gezählt. kein feuerwerk. kein besonderes getöse. ein paar sekunden drücken und wünsche austauschen und die rockigen töne von vorn setzten wieder ein.

das wars? ok, na dann halt: prosit neujahr!

anschließend haben wir noch etwas in einem der unzähligen clubs entlang des courtaney place gefeiert. das war nett und es war imposant zu sehen, wer an diesem abend alles in der stadt auf den beinen war. nicht schlecht für 160 000 einwohner.

das neue jahr begann für uns prächtig mit gutem wetter und tollen ausblicken vom mt victoria. wir erkundeten das geniale te papa museum, das bei freiem eintritt tolle inhalte in einem faszinierenden, erbebensicheren gebäude bietet und ein absolutes muss für jeden wellington besucher ist.

zudem kam, dass uns mietzer, ein freund von lisas bruder, den letzten tag auf der nordinsel versüßte. so haben wir noch viel wissenswertes über wellington und ein paar anekdoten aus aller welt gehört, wurden bekocht und hatten für einen tag ein festes dach über dem kopf.

an dieser stelle ein großes dankeschön!

mietzer verabschiedete uns am nächsten morgen am pier.

wir schreiben den 4.1.2009, den tag an dem wir die nordinsel hinter uns lassen mussten und voller vorfreude zur südinsel per fähre aufbrachen.

die überfahrt war fantastisch, wieder war der wettergott auf unserer seite. die sonst so unruhige cook straße war spiegelglatt und wir erhaschten letzte tolle blicke auf wellington, sinclair und pencarrow head. dem ganzen wurde dann noch eine krone aufgesetzt, als wir in die marlborough sounds, einer fjördlandschaft im norden der südinsel, eingebogen sind. hier begrüßte uns ein schwarm delfine vor dem hintergrund fantastischer landschaft. wir waren sprachlos…

nach reichlich 3h überfahrt erreichten wir picton, das tor zur südinsel. ein schönes, aber teilweise verschlafenes städtchen, welches immer dann zum leben erweckt, wenn ein neuer strom menschen mit der fähre anlegt. die nächsten 1,5 tage nutzten wir zur besichtigung der marlborough sounds, wo es tolle wanderwege entlang der zerklüfteten küste gibt, von denen wir ein paar für abwechslungsreiche läufe mit der kamera in der hand genutzt haben.

darauf folgend fuhren wir nach nelson, wo wir erst einmal ein wenig urlaub vom urlaub einlegen wollten und uns auf die suche nach arbeit und wwoofing-farmen machten. eigentlich wollten wir eine woche wwoofen und während dessen nach arbeit suchen. zuerst einmal zur erklärung: wwoof ist eine abkürzung (willing workers on organic farms) und steht für die arbeit bei einer familie auf einer farm gegen beherbung und verpflegung. interessant ist dabei natürlich auch der kulturelle austausch und dass man endlich einmal die chance bekommt ein wenig mehr für seine englisch sprachkenntnisse zu tun.

jedoch kommt wie immer alles anders, denn vorerst hatte ich einen kleinen laufwettkampf bei blenheim ins auge gefasst. wir fuhren also am freitag, den 9.1. nach blenheim, wo ich mir die strecke vom nächsten morgen anschaute. mir wurde schnell bewusst, dass sie neben tollen ausblicken wenig gnade für die beine zu bieten hatte und eher ein berglauf als alles andere war. ich musste lange passagen gehen. das ziel für den wettkampf war so klar, wie ernüchternd: durchlaufen!

nach zu kurzer nacht ging es am nächsten tag um acht uhr an den start. es gab drei klassen von geher bis läufer. ich meldete mich in letzterer und stand mit nur etwa 50 anderen am start. naja viele leben hier sowieso nicht, denn blenheim hat als eher größere stadt auf der südinsel gerade 23 500 einwohner und die meisten sind hier nicht gerade mit laufen beschäftigt. ich hoffe nun, dass ich nicht ganz allein laufe und schaue kritisch in die runde. zwei läufer fallen mir dabei auf. start. der eine läuft vorn los, alle hinterher, gemütliches tempo. der erste kilometer von den zehn insgesamt ist flach und ich entschließe mich etwas auszusortieren, wohlwissend nicht aus den bergen zu kommen. nur der eine folgt mir. schnell erkenne ich, dass er ziemlich entspannt wirkt. das wundert mich, ist aber nicht zu ändern. wir gehen in den berg und es dauert nicht lang, dass ich ihn ziehen lassen muss und allein gegen den verfluchten berg kämpfe. etwas später passiert mich der zweite, der vor dem start meine aufmerksamkeit erregte. auch er war am berg eine klasse besser als ich. der lauf ist reiner kampf und ich freue mich auf das ende des bergaufstückes. das kommt irgendwann und nun ging es bergab, leider wie ich am vortag schon feststellte ebenso steil, was ein richtiges laufen recht schwer machte. immerhin konnte ich mich wieder von den von hinten heraneilenden lösen und meine dritten platz verteidigen. mit rückenschmerzen und den dazugehörigen klumpen in den beinen kam ich etwas ernüchtert ins ziel.

dort jedoch wurde es dann interessanter als erwartet, denn nachdem sich einige sehr dafür interessierten, wo denn dieser nie gesehene dritte her kam, erfuhr ich im gegenzug dass auch der sieger alle verblüfft hatte. einzig der zweite war bekannt aus der region und der seriensieger der letzten jahre. sieger, hörte ich nur, sei ein franzose geworden. ich begab mich auf den weg und er erzählte mir seinen namen: laurent vidal. den hatte ich schon gehört. triathlet, wie sollte es anders sein und olympiateilnehmer in peking des letzten jahres. ich war überrascht, aber ok, darf man verlieren ;)

die siegerin mit andrea hewitt, ebenfalls olympiateilnehmerin im triathlon für neuseeland. nicht schlecht für einen wettkampf über die kuhweide mit 50 leuten und einem kleinen zelt für die organsation.

folgend hatte ich noch ein paar nette gespräche und habe einiges über die szene der triathleten in neuseeland erfahren.

nun aber zurück zum wesentlichen, denn es sollte ja wieder zurück nach nelson gehen. in blenheim trafen wir jedoch vorher isa und drei freunde, die ebenfalls auf arbeitssuche waren. sie hatten schon einige nummern und fragten erfolgreich für uns sechs an. so standen wir am folgenden montag früh auf der matte, um unsere arbeit auf den weinfeldern der region anzutreten. geplant waren acht stunden am tag diverser tätigkeiten von blätterzupfen, wein verschneiden bis zu trauben reduzieren. häufig waren wir aber zu schnell fertig und folgende aufträge ließen auf sich warten und wir hatten eher schluss und folgerichtig weniger geld. die arbeit war recht einfach, aber in den meisten fällen sehr langweilig und wir wurden dabei den ganzen tag von der prallen sonne gegrillt. ich bekam mit vielen aus meiner gruppe zur krönung am freitag gar keine arbeit. die mädels konnten immerhin an diesem tag noch einmal aufs feld. damit war für mich klar, dass ich in der folgewoche lieber wwoofen wollte, um bei der knappen verbleibenden zeit auch diese erfahrung noch machen zu können. lisa hatte sich dagegen für eine woche mehr arbeit für echtes geld entschieden.

blenheim war völlig durch die weinfelder der region geprägt. die hostel waren reine arbeiterunterkünfte, wo jeden morgen haufenweise kleinbusse die backpacker zur arbeit abholten. das sonst so entspannte flair blieb etwas auf der strecke und so hält es hier auch kaum jemanden außerhalb der arbeitszeit. wir nutzen lediglich das schwimmbad fast jeden tag zum ausklang, aber ansonsten ist nicht viel passiert außer früh aufstehen, aufs feld, etwas ausgebrannt wieder zurück, laufen und schwimmen, um dann wieder ins bett zu fallen. der einblick in dieses leben war schon interessant, aber die zeit hier wohl zu wertvoll, um noch lange zu verweilen und für mindestlohn zu arbeiten.

wir fuhren am wochenende nach nelson. eigentlich um mich bei der farm abzusetzen. kurz vor dem sachen packen, kam eine sms, dass es die gesamte folgende woche gar keine arbeit gibt. glück im unglück hatten wir, denn wir konnten problemlos beide zusammen auf die farm.

diese lag im aniseed valley etwa 30 kilometer von nelson entfernt und bildete unser zuhause für die letzte woche. jene war spannend und vor allem irgendwie anders. unsere gasteltern waren geschätzte 50-60 Jahre alt und betrieben die 25ha große farm und einen bioladen in nelson. das waren auch unsere zwei arbetsplätze, wo wir alles von salatzupfen bis bioprodukte verpacken machten. das essen und alles rund herum bis zu shampoo und reinigungsmittel war dabei vollkommen biologisch hergestellt. die ernährung war demnach besonders gesund und auch lecker, nur leider häufig nicht ganz ausreichend.

insgesamt habe ich in der woche einen eindruck mehr in teile neuseeländischer und ökologischer lebensart bekommen. das war spannend und ich würde sicher noch einige weitere farmen besuchen, leider wird dazu die zeit nicht ausreichen, aber wer weiß vielleicht gibt es später mal wieder solche gelegenheiten.

jetzt sitzen wir in nelson und sind bereit den nächsten reiseblock rund um die südinsel zu beginnen, der im prinzip bis zum ende meines aufenthaltes reichen wird, denn ich fliege bereits am 2.3. wieder nach auckland und bis dahin gibt es jede menge zu entdecken.

losgehen soll es in den folgenden tagen mit einem zweitägigen kanuausflug im abel tasman national park und danach einem besuch der golden bay region.

ob es in nächster zeit möglichkeiten zum bloggen gibt, weiß ich nicht, aber ich werde es versuchen, auch wenn es sein kann, dass es eine weile dauert.

euch daheim in der zeit alles gute.

lang ist es ja nicht mehr…

rudi^^


neue fotos gibts wie immer unter

http://picasaweb.google.com/rudigoessouth

Samstag, 27. Dezember 2008

von taupo bis new plymouth / tongariro crossing

es ist viel passiert die letzten tage und damit meine ich nicht, dass weihnachten war. das ging weitestgehend spurlos an uns vorbei, aber dazu vielleicht später mehr…

nach dem letzten blogeintrag sind wir abends von napier nach taupo aufgebrochen, haben unterwegs auf einem parkplatz übernachtet und erreichten am tag darauf taupo. taupo selbst ist eigentlich in allen belangen eine durchschnittliche stadt für hiesige verhältnisse und deshalb auch kaum viele worte wert. was der ort jedoch wirklich zu bieten hat, ist eine wundervolle landschaftliche umgebung. angefangen beim lake taupo, dem größten neuseeländischen see, um den sich ein tolles panorama wieder findet.

im lake taupo hat der waikato, neuseelands längster fluss, seinen ursprung. er ist auch der grund für weitere landschaftliche höhepunkte der region und so war er gleich zweimal begleiter neben unseren laufstrecken. mit den huka falls findet man im oberen verlauf ein paar attraktive stromschnellen. ein paar kilometer flussabwärts sind wir am folgenden tag zeugen eines ganz besonderen spektakels geworden. hier liegen die aratiatia rapids, ein staudamm auf den ein enges, sich durch felsen windendes flusstal folgt. der staudamm wird täglich viermal geöffnet. in dieser zeit füllt sich das flusstal mit wasser und schwellt zu einer beeindruckenden strömung an. wir haben versucht, das ganze in bilderserien festzuhalten, jedoch ist es wohl kaum möglich einen wahren eindruck zu vermittelt, aber seht selbst…

nach nur einem tag in taupo ging es weiter in richtung süden mit dem ziel tongariro national park. dieser riesige naturpark besteht im wesentlichen aus drei großen vulkanen: mt tongariro (1967m), mt ngauruhoe (2287m), mt ruapehu (2797m). alle drei sind noch aktiv und erst 1996 fiel die skisaison rund um den mt ruapehu aus, da er im jahr zuvor mehrere große aschewolken in den himmel sendete. eine weitere gemeinsamkeit der berge ist, dass alle drei wesentliche rollen im film herr der ringe spielen.

wir hatten die idee eine zweitages tour, den northern circuit rund um den mt ngauruhoe zu machen. aufgrund der schlechten wettervorhersage, vor allem für heiligabend, entschieden wir uns aber doch für den tongariro crossing. eine viel gerühmte eintagestour zwischen den beiden erstgenannten vulkanen hindurch. sie war für 7-8h veranschlagt und so setzten wir uns das ziel wenn möglich zusätzlich beide gipfel in angriff zu nehmen.

geschlafen haben wir am zielpunkt, von wo aus wir am nächsten früh mit dem bus zum start fuhren. 5.30uhr aufstehen, um etwa 7.30uhr das erste mal auf die strecke blicken zu können. nach einem kleinen frühstück ging es mit einem großen rucksack und jeder menge essen und trinken los. zu beginn in einem flachen flusstal hinauf durch lediglich spärliche vegetation, dann durch lavafelder. dieser anfangsabschnitt war zum einen sehr überlaufen, da mit uns viele weitere wanderer von bussen ausgespuckt wurden. zum anderen auffallend gut präpariert und gepflegt. äußerst schön, aber einfach. beide merkmale der strecke sollten sich dann aber nach vielen treppen hinauf zum ersten sattel ändern. im gegensatz zu den meisten bogen wir vom hauptweg ab, um den mt ngaurohoe zu bezwingen.

der berg ist ein vulkan, wie aus dem lehrbuch, da er eigentlich in alle richtungen einen perfekt symmetrischen kegel besitzt. allen herr der ringe fans ist damit völlig klar welche rolle dieser im film spielen musste. für uns war der berg vor allem eines: schwer. der relativ lose untergrund, machte uns mit zunehmender steigung schwer zu schaffen und so waren wir froh teilweise in einer alten lavazunge etwas festes gestein auf dem weg nach oben unter den füßen zu haben. nach reichlich 2h anstieg und jeder menge konzentration waren wir oben. unglaublich, denn plötzlich gab es schnee, eine gigantische aussicht und vor allem eines, dampf aus dem vulkan zu sehen. es war wie im märchen und das aller beste an der ganzen sache war, dass uns der wettergott einen tag zu früh das beste weihnachtsgeschenk machte. den einzigen tag perfekte aussicht von oben in der ganzen woche. fantastisch, denn die lohnt sich wirklich.

nach dem nochmals konzentrationsaufwändigen abstieg sollte es wieder leichter werden. durch eine hochebene ging es an lavafeldern vorbei langsam hinauf zum red crater, der höchste punkt des crossings. von dort aus unternahmen wir den zweiten, weitaus leichteren abstecher zum mt tongariro. dank der fortgeschrittenen uhrzeit, waren wir inzwischen auch fast die gesamte strecke allein und konnten, da wir nicht nach einem bus hetzen mussten, all das versuchen richtig zu genießen. zu beschreiben ist es eigentlich kaum. ich habe so etwas vorher noch nicht ansatzweise gesehen, nach jeder kante oder hügel tun sich neue aussichten, besondere krater und felsformationen auf, die es nur in so einem „vulkanpark“ geben kann.
wir waren wirklich sprachlos…

vorbei an weiteren schauspielen, wie dem red crater, den emerald lakes und dem blue lake, begann langsam aber sicher der abstieg. es sollte vom mt tongariro noch 4h dauern, aber eben deutlich einfacher werden. das war auch der fall und so ging es wieder auf gut gepflegten wegen zügig bergab. die letzte hütte und ein paar heiße quellen wurden passiert. bei beibend toller aussicht stellten wir uns auf das einfache ablaufen der reststrecke ein und erwarteten nichts besonderes mehr. plötzlich gehen wir eine kurze treppe hinab, um eine kurve und stehen mitten im urwald. gigantisch nach einem tag in fast vegetationslosem gebiet. was für ein abschluss. vorbei an wasserfällen, entlang des schmalen, sich durch die bäume windenden weges. nach einiger zeit erreichen wir das ende. glücklich und schwer beeindruckt.

nicht zuletzt wegen dem abschluss des weges, waren wir von der wanderung unheimlich beeindruckt, denn in den 11h hat es die strecke unglaublich oft geschafft uns zu überraschen, mit neuen landschaftlichen höhepunkten und aussichten. vor allem die vielfalt und all die einzigartigen dingen machen diesen weg zurecht zu neuseelands bestem eintagestrip und vielleicht auch einem der welt. für mich war es auf jeden fall, das bisher größte erlebnis hier in neuseeland und wer irgendwann einmal hier sein sollte, dem kann ich diese strecke nur dringend ans herz legen.

nach der ankunft sind wir noch etwas mit dem auto in richtung westen gefahren, bis wir einen schönen schlafplatz mit einem fluss zum waschen gefunden hatten. am nächsten morgen, dem weihnachtstag, wurden wir von trommelndem regen geweckt. dieser sollte fast den gesamten tag anhalten und uns eigentlich nur zwei gedanken mitgeben:
1. alles richtig gemacht, wir wollten heute eigentlich noch im berg sein…
2. fast wie in deustchland, kühler regen zu weihnachten…

für uns war es jedoch nicht das problem, denn wir mussten sowieso etwas strecke bis an die westküste machen. unser weg führte uns entlang dem forgotten world highway, eigentlich der state highway 43. es dauerte nicht lang, da verstanden wir den sinn des spitznamens, denn kurz nach beginn prankte ein schild, dass eine tankstelle für die nächsten 150km ausschloss.
dafür waren diese kilometer äußerst reizvoll und begannen mit den so bekannten endlosen, saftig grünen hügeln. etwas später fuhren wir durch felsschluchten in den urwald. bei dem anhaltenden regen und der daraus resultierenden luftfeuchte kam echtes regenwaldfeeling auf. jede menge wasserfälle aus felsspalten am straßenrand waren dabei ein weiteres kleines highlight. zwischendurch führte diese bundesstraße 12km über eine schotterpiste, auch das ein novum. verdutzt standen wir am ende dieser vor einem schmalen steinernen tunnel, der kaum wie eine durchfahrt aussah, aber er war es doch. highway schon vergessen? der tunnel brachte uns schlagartig zurück in das grüne hobbitland…
etwas später hatten 150km einsamkeit ein ende und wir erreichten stratford. ein städtchen mit straßennamen nach figuren aus shakespeares werken, aber sonst wenig beeindruckendem. am abend kamen wir in new plymouth an, unsere station für die weihnachtsfeiertage. hier haben wir spontan, weil jede menge auf den straßen los war, heiligabend, wie scheinbar üblich, in einem club verbracht und etwas gefeiert. das einzige, welches sonst zu weihnachten noch aufgefallen ist, dass am ersten feiertag wirklich alles geschlossen hatte, was schon eine besonderheit ist, wenn die restliche zeit des jahres die supermärkte und meisten läden keinen sonntag oder feiertage kennen. für uns bestand demnach weihnachten fast nur aus erinnerung an daheim und das versenden von lieben grüßen, ansonsten kam eigentlich keine weihnachtsstimmung auf.

wir wollen nun zum mt taranaki aufbrechen, um dort vielleicht etwas zu wandern und dann in den nächsten tagen richtung wellington zu pilgern, was wir spätestens zum ende des jahres erreichen wollen und am 4.1. mit der fähre zur südinsel verlassen werden.

ich wünsche euch derweil noch ein paar entspannte und für die meisten freie tage. genießt sie!
viele grüße von „da unten“

Mittwoch, 24. Dezember 2008

frohes fest!


frohe weihnachten an euch alle!
lasst es euch gut gehen und genießt die ruhe!
viele grüße aus new plymouth...

Freitag, 19. Dezember 2008

entlang der ostküste

mal wieder zeit und strom zum bloggen. wozu ein waschsalon gut sein kann…
momentan sitze ich in gisborne an der ostküste. ein kleines charmantes städtchen, das für viele surfer und gutes wetter bekannt ist.

nachdem wir vor einer knappen woche in tauranga aufgebrochen und nach rotorua gefahren sind, haben wir wieder einiges erlebt und vor allem viel gesehen. rund um rotorua, wo wir zwei nächte verbracht haben, bin ich hier das erste mal in einem see geschwommen. lange ist es nicht gewesen. ich hatte ein kleines deja-vu … es war einmal am schliersee. für alle, die das nicht verstehen können: es war verdammt frisch!

die erste nacht haben wir dann gleich dort in idyllischer umgebung des lake tarawera verbacht. der nächste tag wurde von einem lauf durch die wälder in der seenlandschaft eingeläutet. gefolgt von einem ausflug ins „buried village“, einem bei einem vulkanausbruch ende des 19.Jh verschütteten dorfes, ähnlich wie pompeji in italien. das ganze war eine kombination aus museum und spaziergang durch die teilweise rekonstruierte oder nur freigelegte dorflandschaft in sehr reizvoller umgebung. gelohnt hat es sich definitiv.

darauf folgend haben wir etwas weiter südlich den mt rainbow erklommen, der ein beeindruckendes panorama, bis zu 100km in die ferne, bot. unweit am kerosene creek gab es für uns ein besonderes naturschauspiel zu sehen bzw fühlen: ein thermalbad in einem fluss, das, durch die in der region sehr starken unterirdischen aktivitäten, rein natürlich auf geschätze 45°C erwärmt war. zugegebener maßen etwas warm, jedoch angenehm für einige minuten und angeblich auch gesund dank der ganzen minerale. diese art von schauspiel und vieles mehr, wie brodelnde, nach schwefel riechende teiche oder geysieren gibt es um rotorua jede menge. leider sind fast alle gebiete vermarktet und knöpfen den in bussen heran gekarrten touristen einiges an geld ab. dieser „pool“ war der einzige noch natürlich verbliebene und erstaunlicherweise auch von menschenmassen verschonte, einfach genial.

die restlichen thermalen anschauungen gab es dann im stadtpark von rotorua. ebenso kostenfrei sind hier mitten in einem sehr gemütlichen park abgesperrte bereiche zu finden, wo man den ursprung des unangenehmen schwefligen geruches der ganzen stadt findet. rauchende, blubbernde teiche und pfützen, die permanent wärme und material aus dem erdinneren an die oberfläche befördern. beeindruckend und äußerst schwer zu beschreiben.

insgesamt ist rotorua, wenn man das geruchsorgan ausblendet, eine sehr attraktive stadt, die einiges in ihrer umgebung zu bieten hat. jedoch musste es natürlich weiter gehen und wir sind wieder ans meer nach whatakane gefahren. nett, aber nichts besonderes nach all den tollen sachen der vergangenen tage. nach einer nacht im völlig verschlafenen opotiki ging es dann endlich in richtung east cape. die fahrt entlang der traumhaften SH35 allein, war diesen umweg sicher wert. zu erzählen gibt es allerdings nicht viel. einsame schöne buchten und immer weniger zivilisation gab es entlang der strecke zu genießen. hier können nur die bilder sprechen.

am east cape selbst haben wir dann die nacht verbracht, um am nächsten morgen 4.30uhr aufzustehen und reichlich 700 stufen einen berg hinauf zu hetzen. ziel war den ersten sonnenaufgang des tages zu sehen. kurz neben der datumsgrenze waren es wohl nur ein paar fischer und insulaner des pazifiks, die diesen vor uns genießen durften. und schlecht sah es auch nicht aus...

weitere 200km mit netten kleinen stopps, zB an neuseelands längstem pier und der cooks cove, wo der entdecker ehemals an land ging, dauert es bis wir am nächsten tag in gisborne endlich wieder auf ernstzunehmende zivilisation trafen. das hat man sich dann auch verdient und freut sich über jeglichen menschenkontakt oder medien. das schwimmbad, ein für hiesige verhältnisse edles 50m-Becken, wurde reichlich genutzt.



inzwischen sitze ich schon in napier, um die letzten zeilen dieses textes zu schreiben und hoffe, dass es mir gleich danach gelingt einen internetanschluss aufzutreiben.
wir sind vor drei tagen von gisborne hierher gefahren, wobei wir zwischendurch einen netten kleinen abstecher auf die halbinsel mahia gemacht haben.
hier in napier haben wir uns wieder einmal mit isa getroffen und ein paar nette abende verbracht. ansonsten haben wir die nachbarstädte hastings und havelock north erkundet.

heute abend soll es dann weiter nach taupo gehen, von wo aus wir in den tongariro national park fahren wollen, um dort eine drei-tages-tour zu starten. der letzte tag ist dabei zu heiligabend geplant und so könnte es passieren, dass wir rund um die weihnachtszeit auf über 2000m sogar schnee fühlen können. sicher ist wohl nur, dass dieses weihnachten etwas anders verlaufen wird, als all die jahre zuvor.

in diesem sinne wünsche ich euch einen schönen start in die weihnachtszeit und genießt die ruhe vor dem nächsten sturm.

Montag, 8. Dezember 2008

coromandel

nach langer durststrecke ohne internet, vor allem aber ohne strom kann ich jetzt mal wieder ein wenig schreiben. Ich sitze gerade im van und höre das meeresrauschen der bay of plenty. wir stehen in mount maunganui für alle intressierten sicher gut bei maps.google.de zu finden.

der ort bzw der strand ist besonders für das einzige künstliche riff in neuseeland bekannt. dementsprechend tummeln sich hier viele surfer in den wellen. ansonsten ist er eher verschlafen und für besser betuchte reserviert. im gegensatz dazu haben wir vorgestern in der nachbarstadt tauranga seit mehr als einer woche wieder etwas städtisches flair schnuppern können. eine mit leuten so gut gefüllte und wirklich attraktive kneipenmeile war schon eine kleine überaschung.

doch lieber erst einmal etwas ausführlicher zu der zeit seit dem letzten eintrag. wir sind wie geplant in richtung der coromandel halbinsel aufgebrochen. dort haben wir die ersten beiden nächte in thames verbracht. eine neckische kleinstadt, als tor zu herrlicher landschaft. Währenddessen haben wir auch glatt mal ein schwimmbad besucht. umgerechnet einen reichlichen euro für eine 90 minuten trainingseinheit unter praller sonne im 25m becken auf privatbahnen, duschen und die möglichkeit alle geräte in dieser zeit mit strom zu versorgen (was nicht plötzlich alles interessant wird). die einzige öffentliche dusche des ortes kostet dabei allein schon das doppelte. einen haken hatte die sache allerdings. das paket hatte so viel sonne inklusive, dass ich mir einen ordentlichen sonnenbrand geholt habe, an dem ich noch einige tage zu knabbern hatte. naja logisch welcher körper erwartet das auch ende november.

jedenfalls ging es danach richtung norden an die spitze der halbinsel zur fletcher bay. die letzten kilometer, reichlich 30, mussten wir dann über schmale schotterpiste zurücklegen. da kommt schon etwas abenteuerfeeling auf, jedoch gewöhnt man sich schnell daran und gewinnt das nötige vertrauen ins auto. inzwischen ist es schon gewohnheit ab und an mal wieder einsam über schotter durch die hügel zu rollen.

landschaftlich war schon der weg einfach gigantisch und die einsamkeit entlang der strecke macht das noch um einiges interessanter. als selbst die schotterpiste ein ende fand übernachteten wir im anblick des pazifiks. leider kam etwas zu früh die quittung für das perfekte wetter der letzten tage und wir mussten die geplante wanderung absagen. stattdessen machte ich auf der runde einen lauf bzw wenn es das gelände so wollte einen flotten spaziergang ;)

ziel der tour sollte ursprüngliche stony bay sein. eine ähnlich verlassene, schöne bucht. die hinstrecke war am meer geplant und zurück etwas mehr durch das hinterland. eigentlich einfach die einzigen wege, die es gab. der erste schreck kam bereits nach wenigen metern, als ich lesen konnte, dass die strecke für 6,5-7h ausgeschrieben war. ich hatte auf 3-4h gehofft und richtete mich so auf eine wendepunktstrecke ein.

die strecke begann hügelig über schafs- und kuhweiden, um dann auf einen schmalen weg durch den feuchten urwald zu wechseln. nachdem ich 25min gerannt war, verriet mir ein schild exakt das gleiche, wie am start, nämlich 3h fußweg bis zur bay. überraschend, wenn man bedenkt, dass ein fußgänger sicher schon 1h unterwegs gewesen wäre. naja ein wenig wollte ich noch laufen und ein aussichtspunkt war mit 90min ausgeschrieben. ein ziel. nach einem harten anstieg wurde die strecke etwa 100m über meer relativ flach und damit konnte ich fast die komplette strecke laufen. ich begann die verschlungenen wege durch die unberührten wälder entlang zu fliegen.

nach weiteren 15min erreichte ich den aussichtspunkt und ein schild, das mir nur noch 90min bis zur bay suggerierte. das ging aber plötzlich schnell. da packte mich der ehrgeiz für das ungewisse und ich rannte noch etwas weiter. ich war zwar etwas warm gekleidet und bei dem schwülen wetter lief ich förmlich aus, aber wasser war doch immer in der nähe.

nach weiteren 15min war ich bereits entzückt in der stony bay. nicht schlecht. kann man sich mal anschauen. ein blick auf die uhr verrät, beeilung! lisa wartet bestimmt, denn ich wollte eigentlich nach einer reichlichen stunde zurück sein. schild angeschaut. beide wege werden hier mit 3,5h beschrieben und der andere ist eine mountainbikeroute. perfekt. was jemand mit dem rad fährt, kann ich auch laufen, denke ich und wähle natürlich den zweiten weg. den anderen kenne ich ja schon…

weiter. im stress vergesse ich natürlich einen schluck zu trinken. was solls da sind schilder mit mountainbikes drauf. an jedem fünften baum. hinterher. nach wenigen metern geht es in den berg. der anstieg wird immer steiler und auf dem feuchten untergrund auch technisch nicht allzu leicht. ich denke mir nur, mit dem mtb würde es schon ganz schön hart sein. der weg wird steiler. noch steiler. er ist ausgewaschen. die schilder werden seltener und verschwinden. zu recht. kaum ein mountainbiker würde hier runter fahren können, geschweige denn nach oben.

ich gehe und renne nun seit 20min bergauf. der puls nicht mehr in der komfortzone. langsam bekomme ich durst. kein schild weit und breit. plötzlich stehen im abstand von ein paar minuten zwei quads am wegesrand, halb im busch und dreck versunken. na super. es geht immer höher. ich hab keine ahnung, ob ich richtig bin. dank des wetters gibt es keine sonne zur orientierung und das meer ist auch nicht zu sehen.

umkehren? dann dauert es richtig lange, denn hier kannst du nicht schneller runter als hoch. also erstmal weiter bis ich vielleicht ein schild treffe.

rein theoretisches kann der weg inzwischen nicht mehr nach oben gehen, denn es gibt keine 1000er hier in der gegend. aber er tut es doch noch. plötzlich ist der wald zu ende. baumgrenze. vor mir taucht ein gipfel auf. ich fürchte, da muss ich drüber, aber immerhin ein ende in sicht…

nach 40min bergauf bin ich oben. nur wo? ringsherum weiß. keine sonne, kein meer. was bleibt ist der weg. ich habe nur das gefühl, dass die richtung ganz ok ist.

endlich abwärts. im laufschritt durch knietiefes gras entlang einer spurrinne. dann taucht im nebel ein schild auf. holz mit schwarzer farbe. die aufschrift: fletcher bay. volltreffer. die neue motivation treibt mich voran. bald die ersten schafe. und motainbikeschilder!? da war seit beginn kein abzweig oder ähnliches. Ich schaue ungläubig. die schilder scheinen sagen zu wollen: eigentlich kannst du mit deinem rad nicht hier oben sein, aber falls, wirklich nur falls, dann kommst du hier entlang runter.

einige meter bergab gelaufen, werde ich dann völlig überrascht. menschen! drei wanderer kommen mir entgegen. mir fällt auf, dass ich sie schon gesehen habe. die einzigen drei menschen, die ich in der gegend überhaupt abseits der straße treffen sollte. zu beginn meines laufes haben sie den anderen weg eingeschlagen und von einer alten hütte ungläubig auf mich herab geblickt. jetzt grüßen sie mich freundlich und lassen mich begleitet von netten worten und anfeuerungen zum streckenrekord in den nebel entschwinden.

nun geht alles schnell. nur die oberschenkel brennen. es ist wahnsinnig steil, aber ich habe glück, dass der weg das „rennen“, was eigentlich eine lange vollbremsung ist, zulässt. da schon die hütte. ich bin überrascht. nun nur noch über die bekannte weide. vor mir tauchen kühe auf. sie flüchten vor mir und sechs rennen mir mindestens 500m auf dem weg voraus. ich fühle mich, wie ein viehtreiber, aber was soll ich tun. wechsel auf de schafsweide. gleiches spiel, nur die sind cleverer und laufen in alle richtungen und nicht nur auf dem weg. letzter anstieg. der ofen ist wirklich aus. bergab. ich sehe dube, genau 2h sind vergangen. vor einer halben stunde habe ich nicht geglaubt, dass ich es vor 2,5h schaffen werde. glück gehabt! die beine brennen.

ich bin fertig und genieße die ersten schlucke aus der flasche…

der lauf sitzt mir dann noch einige tage in den beinen, aber er hat jede menge spaß gemacht, egal wie hart es war. und so habe ich unberührte wege und ecken gesehen, die mir sonst entgangen wären.

am selben tag geht es dann mit dem auto weiter nach whitianga. dort übernachten wir zweimal und erkunden traumhafte strände am nächsten tag. da wir nun endgültig die ostküste erreicht haben, sind es auch endlich weiße sandstrände entgegen den schwarzen der westküste, wie piha zum beispiel.

es geht weiter nach süden und wir erleben die touristenhighlights cathedral cove und hot water beach, aber eben besonders die vielen schaulustigen vermiesen einem ein wenig die tolle natur. extrem war dies am hot water beach, wo durch unterirdisch aufsteigendes wasser heiße quellen am strand zu finden sind. trend ist, sich dabei eine schaufel zu nehmen und ein loch zu buddeln. es entsteht ein eigener warmer pool. das ist schon irgendwie faszinierend, jedoch lagen rund 50 leute im radius von vielleicht zehn metern im schlamm, was einem jegliche lust auf eine eigene badwanne raubt.

die nächse nacht verbrachten wir in tairua, einem sehr schönen und luxuriösen städtchen mit toller aussicht vom ortshügel, wo wir dann zum ersten mal im pazifik ein kleines kühles bad nahmen. zum abschluss der coromandel halbinsel gab es eine wanderung in den broken hills durch eine alte stillgelegte goldmiene. allein der hinmarsch hatte landschaftlich viel zu bieten und auch die höhlenwaderung war spannend. lediglich die geringe deckenhöhe wurde mir zum verhängnis, so dass ich die nächsten tage etwas auf meine wunde schädeldecke acht geben musste. spannend war es natürlich trotzdem. nach etwa 3h setzten wir dann unsere fahrt entlang der ostküste gen süden fort. endstation des tages war waihi beach, wo wir am folgenden tag einen tollen, aber anspruchsvollen lauf in die nächstgelegene bucht machten.

darauf folgend übernachteten wir kurz vor den toren taurangas an einer ruhigen bucht. wir nähten am folgetag das letzte fehlende teil für unsere innenausstattung von dube. und ich sage wir, da selbst ich mal nadel und faden in die hand genommen habe und mich ein wenig von lisa unterrichten lies. nachdem uns ein mann dann einige austern geschenkt hat und wir diverse zubereitungstipps erhielten, brachen wir endgültig nach tauranga auf.

hier begannen wir standesgemäß mit läuferischer erkundung, gefolgt von einem abendmahl aus austern. gut zugegeben ist das etwas geschönt. wir haben sie gekocht und auch probiert, sind jedoch zur entscheidung gekommen, dass wir auf diese delikatesse gerade so verzichten können.

nun sind wir also hier. leider bei ziemlichen miesem wetter. hoffen natürlich auf besseres und werden morgen nach rotorua weiter reisen.

ich hoffe ich kann, wenn ich diesen text online stelle, auch die bilder hochladen. schaut einfach mal nach, vielleicht findet ihr ja ein paar nette eindrücke.

jetzt mach ich endlich mal schluss und wünsche allen, die sich durch den bericht zu diesen schlusszeilen gekämpft haben, eine nicht allzu stressige weihnachtsvorbereitung.

viele grüße…bis zum nächsten text…